Balkongarten
- 18. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 25. Juni
Hast du auch einen Balkon, und möchtest ihn dieses Jahr in einen grünen Garten verwandeln? Es ist einfacher als du denkst!
Du brauchst nur ein paar Anschaffungen und es kann losgehen. Baue deine eigenen Lebensmittel an und ernte frische, gesunde Zutaten direkt bei dir zu Hause! Und das Beste daran ist, dass du genau weisst und miterlebst, wie die Pflanzen wachsen, und entwickelst ein neues Gefühl für Lebensmittel. Ausserdem entsteht ganz nebenbei ein lebendiger Ort, der nicht nur dir, sondern auch Insekten und der Umwelt guttut.
Was wächst auf deinem Balkon?
Bevor du loslegst, lohnt es sich, deinen Balkon genau zu beobachten. Denn nicht jede Pflanze fühlt sich überall wohl. Stell dir folgende Fragen:
Ist dein Balkon sonnig, halbschattig oder schattig?
Ist er wind- und wettergeschützt?
Wie viel Platz hast du?
Diese Faktoren bestimmen, welche Pflanzen gut gedeihen. Beispielsweise mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Thymian lieben viel Sonne, während Minze oder Petersilie auch mit weniger Licht zurechtkommen.
Vielfalt statt Monokultur
Ein nachhaltiger Balkongarten lebt von Diversität. Setze auf eine Mischung aus Kräutern, Gemüse und (essbaren) Blüten. Diese sehen schön aus und sind gleichzeitig eine wertvolle Nahrungsquelle für Wild-/bienen und andere Insekten. Ausserdem machen essbare Blüten wie zum Beispiel Kapuzinerkresse eine schöne und leckere Dekoration für deine Salatkreationen. Versuche zudem möglichst einheimische Pflanzen aus samenfestem Saatgut oder Wildformen anzubauen. Diese können von den Kleintieren in deiner Umgebung als genutzt werden: Pollen, Nektar und Blätter als Nahrung, getrocknete Stängel und Blätter zum Nisten oder Überwintern.
Mischkultur: Pflanzen, die sich gegenseitig helfen
In der Natur wachsen Pflanzen selten allein. Das kannst du dir auf dem Balkon zunutze machen. Folgende Pflanzenkombinationen eignen sich besonders gut:
Tomaten + Basilikum
Karotten + Zwiebeln
Salat + Radieschen
Auf diese Weise wird der begrenzte Platz effizient genutzt und Schädlinge auf natürliche Weise bekämpft. Gleichzeitig profitieren die Pflanzen voneinander und wachsen oft kräftiger.
Saatgut
Achte bei der Wahl des Saatguts darauf, dass es samenfestes Saatgut ist. So kannst du später selbst Samen gewinnen und einen nachhaltigen Kreislauf erschaffen. Ausserdem solltest du Bio-Saatgut (ohne chemische Behandlung) verwenden und wenn möglich auf alte, regionale Sorten zurückgreifen. Die sind robuster und oft auch geschmacksvoller. Hochwertige Erde (ohne Torf), ausgereifter Kompost und gegebenenfalls Bio-Pflanzendünger bringen deine Pflänzchen zum Loswachsen. Unterscheide: Das meiste Kulturgemüse mag nährstoffreiche (Kompost-)Erde. Wenn du jedoch eine blühende Wildstaudenvielfalt z.B. in einem separaten Topf möchtest, wähle ein mageres, nährstoffarmes Substrat dafür.
Der passende Topf
Nicht jede Pflanze fühlt sich in jedem Gefäss gleich wohl. Deshalb lohnt es sich, den Topf an die Bedürfnisse deiner Pflanzen anzupassen. Pflanzsäcke sind besonders leicht und flexibel und eignen sich gut für grössere Pflanzen wie Tomaten oder Kartoffeln, da sie den Wurzeln viel Platz bieten. Balkonkästen sind ideal für Kräuter, Salate oder kleinere Gemüsesorten und lassen sich platzsparend am Geländer befestigen oder auf dem Fenstersims platzieren. Hängetöpfe wiederum sind perfekt für hängend wachsende Pflanzen wie Erdbeeren oder bestimmte Kräuter und schaffen zusätzlichen Raum nach oben. Wenn du möglichst viel auf kleiner Fläche anbauen möchtest, sind vertikale Systeme wie Pflanztürme oder kleine Hochbeete eine gute Wahl. Sie nutzen den vorhandenen Platz optimal aus und ermöglichen dir, verschiedene Pflanzen auf mehreren Ebenen gleichzeitig anzubauen. Wichtig ist bei allen Varianten, dass genügend Platz für die Wurzeln vorhanden ist und Sonnenlicht die Pflanze erreicht. Ausserdem sollte jeder Topf mit Untersetzer und einer guten Drainage ausgestattet sein(z. B. Kies oder Tonscherben am Topfboden).
Tipps und Tricks für deinen Alltag
Pflanzen vorziehen
Einige Pflanzen – besonders Gemüse wie Tomaten oder Paprika – solltest du vorziehen. Das bedeutet, dass du sie zunächst drinnen aussäst, bevor sie später nach draussen kommen. Wem das nicht gelingt oder keinen Platz oder Zeit dafür hat, kann natürlich auch fertige Setzlinge kaufen. Achte da aber auch auf hochwertige Bio-Qualität.
Richtig giessen
Beim Giessen gilt: Weniger ist oft mehr. Statt häufig kleine Mengen Wasser zu geben, solltest du lieber seltener, dafür gründlich giessen. Am besten eignet sich der frühe Morgen oder der Abend. Wichtig ist ausserdem, Staunässe zu vermeiden, da sie den Wurzeln schadet. Erkundige dich im Vorfeld welche Pflanzen viel Wasser brauchen und welche mit weniger auskommen. Tomaten brauchen beispielsweise viel Wasser, während ein Rosmarinstrauch mit weniger auskommt.
Nährstoffe aus der Küche nutzen
Statt teuren Dünger zu kaufen, kannst du deinen eigenen aus Küchenabfall herstellen. Besonders geeignet sind Bananenschalen (liefern Kalium) oder Eierschalen (Kalklieferanten). Einfach ins Wasser geben oder zerkleinert in die Erde mischen.

Kräuter vermehren
Viele Küchenkräuter lassen sich einfach nachziehen. Dafür einfach einen Steckling abschneiden und ins Wasser stellen. Sobald sich unten kleine Würzelchen bilden, kannst du ihn in die Erde einpflanzen.
Ernte nicht vergessen
Regelmässiges Ernten ist ein wichtiger Teil des Gärtnerns, denn es regt viele Pflanzen zu neuem Wachstum an. Kräuter werden dichter und kräftiger, wenn sie häufig geschnitten werden. Auch andere Pflanzen wie Tomaten profitieren davon, wenn sie gelegentlich zurückgeschnitten werden. Mit der richtigen Pflege bleiben deine Pflanzen gesund und liefern dir über längere Zeit frische Erträge.
Fazit: Einfach anfangen!
Du brauchst keinen perfekten Plan. Ein Topf, etwas Erde und ein Samen reichen aus. Fang einfach an! Und oft dauert es gar nicht lange, bis du deine erste eigene Ernte in den Händen hältst.
Mit blühenden Frühlingsgrüssen aus der essbaren Stadt, euer UAB-Team
Quellen und weiterführende Literatur:




















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