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Urban Gardening auf dem Balkon: Im Gespräch mit Katrin von Urbanroots

  • 12. März
  • 3 Min. Lesezeit

Katrin Helbich von www.urbanroots.ch
Katrin Helbich von www.urbanroots.ch

Tomaten vom eigenen Balkon, Kräuter von der Fensterbank oder Microgreens im Winter – Urban Gardening wird immer beliebter. Doch wie funktioniert Gärtnern mitten in der Stadt eigentlich? Wir haben mit Katrin von Urbanroots gesprochen. Sie erzählt, wie das Unternehmen entstanden ist, warum man keinen grünen Daumen braucht und weshalb es so faszinierend ist, aus einem kleinen Saatkorn eine Pflanze wachsen zu sehen.


Magst du dich und Urbanroots zu Beginn kurz vorstellen?

Ja, ich bin Katrin und habe Urbanroots im April 2024 übernommen. Das Unternehmen wurde ursprünglich 2018 gegründet, mit der Idee, den Leuten zu zeigen, dass man auch auf einer kleinen Fläche in der Stadt, zum Beispiel auf dem Balkon, etwas anbauen kann. Wir machen Urban Gardening zugänglich und zeigen die Freude daran, wie aus einem kleinen Saatkorn plötzlich eine Tomate oder Gurke wächst. Dafür bieten wir zum Beispiel ein Saatgut-Jahresabo an. Jeden Monat erhältst du ein Paket mit dem passenden Saatgut und einem Booklet mit Anleitung und Verwendungsmöglichkeiten dazu. Alle unsere Produkte sind essbar und lassen sich problemlos in einem Topf ziehen. So kannst du das ganze Jahr über draussen, oder auf der Fensterbank, Grün und Vitamine anbauen. Alle unsere Produkte sind essbar und lassen sich problemlos in einem Topf ziehen.

Ausserdem bieten wir verschiedene Themen-Saatboxen an: für sonnige oder schattige Bal- kone oder neu auch eine Superfood-Box. Mit Tanja Grandits haben wir eine Gourmet-Box entwickelt, die Saatgut und passende Rezepte kombiniert. In jeder Box sind das Saatgut, ein Booklet mit Anleitung, Anzuchttöpfe, Dünger und Holzstecker zum Beschriften enthalten.


Woher kommt das Saatgut für eure Boxen?

Unser Saatgut stammt von Sativa, einem Saatgut-Züchter aus Rheinau in der Schweiz. Das Saatgut wird vollständig biologisch angebaut, und viele unserer Sorten sind von ProSpecieRara ausgezeichnet. Das bedeutet, dass es sich um alte und besonders robuste Sorten handelt. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass unser Saatgut samenfest ist. Das heisst, du kannst aus den Früchten wieder neues Saatgut gewinnen und die Pflanzen erneut anbauen. Für unseren Verkauf ist das natürlich nicht unbedingt ideal (lacht), aber eigentlich ist genau das, unser Ziel: ein Kreislauf, bei dem aus einer Pflanze wieder neue entstehen können.


Wie funktioniert Urbanroots genau?


Instagram: @urbanroots.ch
Instagram: @urbanroots.ch

Im Moment sind wir hauptsächlich ein Onlinehandel, bieten zudem Workshops an, zur Anzucht oder zum Umtopfen von Pflanzen. Ausserdem sind wir regelmässig auf Märkten vertreten. Ein wichtiger Teil unseres Konzepts ist es, den Leuten die Angst vor dem Gärtnern zu nehmen. Viele denken, sie hätten keinen grünen Daumen. Wir möchten zeigen, dass jede:r einfach anfangen und Erfahrungen sammeln kann.

Nachhaltigkeit spielt dabei eine grosse Rolle. Uns ist wichtig, dass Menschen wieder ein Gefühl dafür bekommen, wo ihr Essen eigentlich herkommt und wie lange es dauert, bis zum Beispiel eine Tomate wächst. Im Supermarkt nimmst du das oft gar nicht mehr wahr. Wenn du aber selbst etwas anbaust, merkst du plötzlich, wie viel Zeit und Arbeit dahintersteckt. Ausserdem gibt es nichts Besseres, als die eigene Ernte zu verspeisen, finde ich! Dann weisst du auch was darin steckt und kannst es ganz besonders geniessen!


Am 14. März findet der Kreativmarkt in der Markthalle statt. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Der Kreativmarkt bietet kleinen Businesses aus der Region die Möglichkeit, ihre Produkte und Projekte zu zeigen. Man findet alles von gehäkelten Produkten bis hin zu Urban-Gar- dening-Angeboten. Dieses Jahr arbeiten wir dort mit der alpinen Permakultur Schwei- benalp zusammen und bieten gemeinsam einen Kräutersalz-Workshop an. Dabei zeigen wir, wie du aus der eigenen Ernte noch weitere Produkte wie Kräutersalz herstellen kannst. Ich finde es immer schön, wenn sich verschiedene Organisationen auf solche Weise vernetzen. Ich freue mich sehr darauf!


Was ist für die Zukunft geplant?

Wir freuen uns besonders über die Zusammenarbeit mit BienenSchweiz und Terre des Hommes. Mit BienenSchweiz unterstützen wir über unser Saatgut-Jahresabo ein Blühflä- chen-Projekt, und mit Terre des Hommes haben wir eine eigene Saatbox entwickelt. Die Organisation engagiert sich für nachhaltige Landwirtschaft im globalen Süden, weshalb die Zusammenarbeit sehr gut zu unseren Werten passt.

Grundsätzlich möchten wir weiterhin möglichst viele Menschen fürs Gärtnern begeistern. Gerade in Städten wäre es schön, auf möglichst vielen Balkonen mehr Grün zu sehen. Gleichzeitig teilen wir auf unserer Webseite regelmässig Tipps und Wissen rund ums Ur- ban Gardening. Uns ist wichtig, immer wieder neue Themen aufzugreifen und Menschen dafür zu begeistern!

Bemerkung

Das Interview wurde am 10.03.2026 mit Katrin von Urbanroots geführt.

Weitere Informationen zu Urbanroots, deren Blog, Saatboxen und Workshops, findet ihr unter www.urbanroots.ch

Der Kreativmarkt findet am Samstag, 14.03.2026 von 10:00 – 18:00 Uhr in der Markthalle Basel statt.

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